Wir, die unterzeichnenden Gruppen, Projekte und Musiker_innen, möchten hiermit Stellung zu dem kürzlich bekannt gewordenen Fall
sexualisierter Gewalt in Berlin nehmen.
Wie auf dem Blog goodbye.earl.blogsport.de öffentlich gemacht wurde, hat Florian, der Gitarrist der Bands Aggronauts und United and Strong, im Februar 2009 eine Frau vergewaltigt.
Dieser Tat waren mehrere Monate psychischer Gewalt vorausgegangen. Nach der Bekanntmachung der Vorfälle kam es von Seiten des Umfeldes Florians zu Verleumdungen, Beleidigungen und Androhungen körperlicher Gewalt gegenüber der Betroffenen und ihren Unterstützer_innen. Einige dieser Reaktionen sind ebenfalls im oben genannten Blog dokumentiert.
Wir erklären uns mit der Betroffenen solidarisch.
Wir möchten, dass es der Betroffenen möglich sein kann, sich innerhalb der linken Szene wieder frei zu bewegen.
Deshalb fordern wir, wie die Betroffene und ihre Unterstützer_innengruppe, dass
• Florian die Definitionsmacht der Betroffenen anerkennt und Schritte einleitet, die darauf schließen lassen, dass er die von ihm ausgegangene psychische und sexualisierte Gewalt – insbesondere die Vergewaltigung – als solche reflektiert und eingesteht
• Florian sich bis auf Weiteres aus dem primären Lebensumfeld der Betroffenen und linken Räumen fern hält
• seinen Bands keine Bühne geboten wird, solange Florian noch Mitglied dieser ist und sie keine kritische Auseinandersetzung mit dem Geschehenen erkennen lassen
• Florians Umfeld und Menschen, die sich bemüßigt fühlen sich mit ihm zu solidarisieren, die Betroffene und ihre Unterstützer_innen nicht weiter beleidigen, beschimpfen, der Lüge bezichtigen oder ihnen gar körperliche Gewalt androhen
Als Unterzeichner_innen möchten wir darauf hinweisen, dass wir Florian und seinen Bands in unseren Räumen keine Plattform geben werden.
Wir wünschen uns außerdem innerhalb der Berliner linken Szene und darüber hinaus eine Auseinandersetzung mit psychischer und sexualisierter Gewalt, die eine Art der Reflexion erkennen lässt, die es uns allen ermöglicht, unsere theoretischen antisexistischen Ansprüche in die Praxis umzusetzen.
Antitainment
ASK Gerd_a
Autonome Neuköllner Antifa
Brunnenstraße 6/7
Café Morgenrot
Carebears Collective
CMYK
Cobretti
Deny Everything
Die Kung-Fu Hund
DIY-Conspiracy Mitte
Emanzipative Antifaschistische Gruppe (EAG-Berlin)
Footloose DJ Squad
Footloose Shows Berlin
For The Kitz
Gr*I*P
Gruppe Kia
Hit&Run Shows Köln
Infoladen in Bewegung
Kaput Krauts
Kids in Misery
Machete
Meursault
ORi – Bar * Galerie * Projektraum
Projektraum H48
Scharni38
Smash Homophobia
Subversiv e.V.
The Radical Café
Tiger Paws
Tigeryouth
Tristeza
Unquiet
Wald Tapes&Zines
Yaroki Concert Collective
Zeitstrafe Records
…
Wenn ihr auch eure Solidarität zeigen wollt schreibt uns bitte eine email!