Nachdem verschiedene Personen an uns herangetreten sind, möchten wir als Gruppe einige Umgangsformen und Forderungen ausformulieren.

Wie in der Öffentlichmachung bereits deutlich gemacht, geht es um die Durchsetzung der Definitionsmacht der Betroffenen. Daher ist die Verbreitung der Information notwendig – auch wenn mensch persönlich den Täter/die Bands vielleicht nicht kennt, geht es um Herstellung einer Öffentlichkeit und Sensibilisierung für das Thema, da z.B., anders als vielleicht zu vermuten wäre, das Definitonsmachtskonzept durch aus keinen innerlinken Konsens findet. Menschen, welche die Definitionsmacht in Frage stellen, anstatt sie anzuerkennen und aktuell oder in der Vergangenheit den Täter in Schutz genommen haben, machen sich zum Teil des Problems.
Der politische Umgang sollte sich auf den Täter fokussieren, um auf ihn entsprechend reagieren zu können. Spekulationen über die Identität der Betroffenen sind nicht nur respektlos ihr gegenüber, sondern auch politisch unangebracht. Die Betroffene soll nicht fortwährend in die Position (und zugeschriebene Rolle) des Opfers verwiesen oder damit auf nicht selbst gewählte Weise konfrontiert werden.
Florian hat eine Frau vergewaltigt – jegliche Diskussion sollte sich um ihn und/oder die gesellschaftlichen und szeneinternen Verhältnisse drehen, die sein Verhalten überhaupt erst möglich gemacht haben.
Personen mit solchem Verhalten sollten Räume mit antisexistischem Selbstanspruch verschlossen bleiben.
Das heißt auch, dass bekannten Vergewaltiger_innen keine Bühne geboten wird, somit fordern wir ein Auftrittsverbot von Aggronauts und United and Strong zumindest so lange, wie Florian in diesen Bands mitspielt und sich die weiteren Bandmitglieder nicht kritisch von seinem Verhalten distanzieren.

Der politische Umgang würde für uns also daraus bestehen, die Definitionsmacht anzuerkennen, Spekulationen über die Betroffene zu unterlassen, die Informationen zu verbreiten, eine Auseinandersetzung mit den vorherrschenden gesellschaftlichen und szeneinternen Verhältnissen zu führen und den eigenen linken Anspruch durch Auftritts- und Aufenthaltsverbote durchzusetzen.